Parodontalbehandlung und Prophylaxe


Parodontitis – die zerstörende Entzündung des Zahnhalteapparates

Die Parodontitis wird durch eine bakterielle Infektion verursacht. Zeichen der unbehandelten Erkrankung sind die Ausbildung von Zahnfleischtaschen, ständig fortschreitender Verlust der Zahnverankerung im Kieferknochen und späterer Zahnausfall durch Lockerung.

Soweit müssen Sie es jedoch nicht kommen lassen. Eine Parodontitis lässt sich fast immer erfolgreich behandeln. Ihr Zahnfleisch kann wieder schön und vital aussehen. Bauen Sie auf die Erkenntnisse der modernen Zahnmedizin.

Die erfolgreiche Behandlung besteht aus drei Behandlungsphasen

  • Mundhygiene-Vorbehandlung
  • Behandlung der Zahnfleischtaschen
  • Mundhygiene-Nachsorgebehandlungen

In der Mundhygiene-Vorbehandlung werden Sie von der Prophylaxeassistentin während 1-2 Behandlungsterminen insgesamt etwa 1-2 Stunden intensiv betreut.

Bestandteil der Behandlung sind folgende Maßnahmen

  • Professionelle Zahnreinigung aller Zahnflächen
  • Anfärben und Demonstrieren der Zahnbeläge (Plaque)
  • Anleitung zur richtigen häuslichen Mundpflege
  • Fluoridierung

Schon nach der Vorbehandlung werden Sie sich viel wohler und sicherer fühlen.

Bei der Behandlung der Zahnfleischtaschen werden die harten und weichen Beläge unterhalb des Zahnfleisches mit feinen, scharfen Instrumenten von der Wurzel der Zähne entfernt. Dies geschieht immer unter örtlicher Betäubung und wird in der Regel in zwei Behandlungen durchgeführt.

Nachweis von Parodontitis-Markerkeimen

Sämtliche Entzündungsformen des Zahnhalteapparates sind bakteriell bedingte Infektionskrankheiten.
Zwar kann ein großer Teil der behandlungsbedürftigen Parodontitiden durch eine sorgfältige mechanische Therapie über Jahre hinweg stabilisiert werden, doch beobachtet man trotzdem in vielen Fällen einen Attachmentverlust(der Zahn verliert bindegewebigen Halteapparat), verursacht durch das Vorhandensein der Keime.

Die erfolgreiche Behandlung setzt daher eine Untersuchung des parontopathogenen Keimspektrums voraus, um gegebenenfalls die mechanische Therapie durch eine gezielte antibiotische Therapie unterstützen zu können.

Die Diagnostik der Parodontitis wird durch den molekularbiologischen Nachweis der prodontopathogenen Keime durchgeführt. Diese Methode ist schnell, sensitiv sowie einfach im Probenversand. Diese Untersuchung liefert semiquantitative Ergebnisse über das Keimspektrum.

Eine Antibiotikagabe ist immer abhängig von der Zusammensetzung der nachgewiesenen Parodontitis-Markerkeime.

Ziel

Beseitigung der Entzündung durch Beseitigung der Entzündungsursache, Erschwerung der Neubesiedlung der Wurzeloberfläche durch Wurzelglättung.
Voraussetzungen für eine Ausheilung des Defektes sind Plaquefreiheit und Entzündungsfreiheit.

Eine Parodontalbehandlung ist nie abgeschlossen. Der behandelte Patient muss nach Abschluss der Behandlung unter regelmäßiger Kontrolle bleiben, um Rezidive (Rückfälle)
frühestmöglich erkennen und ihnen entgegenwirken zu können.

Diese Betreuung nach der Behandlung nennt man das kontrollierte Recall.

Es ist die eigentliche Grundvoraussetzung für eine auch langfristig erfolgreiche Parodontaltherapie in der Praxis.

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